Mit ‘Web 2.0’ getaggte Artikel

Die Grenzen des guten Geschmacks im Web 2.0

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Das Internet ist eine offene Plattform für jederman. Ohne Zensur kann jeder das einstellen, was er für richtig hält. Grenzen sind dem nur durch unsere Gesetze, so dem Persönlichkeitsrecht oder dem Urheberrecht, gesetzt. Und das ist auch richtig so, obwohl so manche Veröffentlichung durchaus zu Denken gibt.

Im Internet lauern für Händler viele Gefahren: So stehen seit kurzem Amateurfotografien aus den US-Märkten des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart im Fokus des neuen Internet-Blogs www.peopleofwalmart.com,

schreibt die Lebensmittel Zeitung in ihrer letzten Ausgabe. Drei junge US-Privatleute sind Betreiber des Blogs und rufen Kunden des Handelsunternehmen dazu auf, Szenen, Motive und Kunden zu fotografieren und mit einem Kommentar versehen in das Blog zu stellen. Ob die Rechtssituation in Deutschland einen solchen Internet-Blog überhaupt erlauben würde, wage ich zu bezweifeln. Die Grenzen des guten Geschmacks sind ganz sicher überschritten.

Das EHI wird sich in seinem nächsten Arbeitskreis-Treffen PR in der Handelsbranche dieser Fragestellung nähern. Kommunikationsexperten des Handels und der Hersteller diskutieren mit RA Stefan Maas über die Rechtssituation im Web 2.0.

Urheberrecht im Web 2.0

Dienstag, 08. September 2009

Der Steit um die Veröffentlichung von Büchern im Internet-Portal Google setzt eine Diskussion in Gang, der grundsätzliche Überlegungen voraus gehen. Ist unser deutsches Urheberrecht in Zeiten digitaler – meist kostenloser – Information noch zeitgemäß? Im vorliegenden Fall prallen nahezu Welten aufeinander. Unser nationales Urheberrecht ist streng, das der Amerikaner eher “hemdsärmelig”.  

Allerdings könne die Digitalisierung von Büchern nicht allein von öffentlichen Einrichtungen geleistet werden, meinen unsere zuständigen EU-Kommissare/innen, die an Gesprächen mit Google und Verlagen beteiligt sind und ein europäisches Konzept zu den offenen Fragen erstellen sollen.

Was immer das bedeutet: “ein europäisches Konzept” im weltweiten Web (Kölner Stadtanzeiger 08.09., dieser Artikel ist leider nicht online, andere zum Thema).  

Die Sachlage ist darum noch brisanter, weil es nicht nur um Information gehen soll. Google möchte mit den Online-Büchern durchaus Geld verdienen. Allerdings will Google Autoren und Verlage auch teilhaben lassen an ihrem Profit. Mal schauen, ob die europäischen Überlegungen zu einer Lösung kommen.

Twitter praktisch bedeutungslos

Freitag, 07. August 2009

In einer Untersuchung hat die Agentur PR-COM die Aktivitäten der deutschen Top-Unternehmen im Hype-Medium Twitter untersucht:

Von den 30 Dax-Unternehmen verfügen derzeit 22 über offizielle Twitter-Accounts. Die Metro twittert nicht.

Die Aufstellung über die Anzahl von Followern, also von Abonnenten, ist ernüchternd: Spitzenreiter ist Lufthansa mit 5.927 Followern. Die übrigen twitternden DAX Konzerne haben lt PR-Com noch weniger Resonanz:

  1. Deutsche Lufthansa: 5.927
  2. SAP: 3.462
  3. Deutsche Telekom: 2.621
  4. Volkswagen: 2.500
  5. Siemens: 1.615
  6. Daimler: 1.145
  7. Allianz: 251
  8. Bayer: 248
  9. Henkel: 175
  10. Adidas: 92
  11. BMW: 89
  12. BASF: 64
  13. Fresenius Vz: 63
  14. RWE: 52
  15. MAN: 39
  16. Deutsche Bank: 38
  17. Linde: 35
  18. Merck: 21
  19. Commerzbank: 15
  20. Salzgitter: 14
  21. Beiersdorf: 2
  22. Fresenius Medical Care: 0

 
Dazu erläutert PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes:

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Twitter von den Dax-Konzernen noch nicht systematisch genutzt wird. Es gibt viele kleine Projekte und auch kleine Unternehmen, die Twitter zum Teil recht intensiv nutzen. Der Durchbruch bei den großen Unternehmen steht jedoch noch aus.

Vergleicht man diese Nutzerzahlen mit denen in den USA, wo Schauspieler Ashton Kutcher jüngst den Fernsehsender CNN herausforderte, wer zuerst eine Million Follower habe, dann ist in Deutschland Twitter sicherlich eine exotische Randerscheinung.

Handels-PR-Blog erregt Aufmerksamkeit

Montag, 22. Juni 2009

…so kann es gehen im Web 2.0: Da ahnt man nichts Böses, kündigt eine neue Plattform für die Kommunikation in der Handels-PR an und schon begibt man sich damit auf’s Glatteis.

Nach Meinung einiger Profi-Blogger und Journalisten habe ich die Ankündigung zu sehr zum Zweck der Bekanntmachung des PR-Kongresses genutzt, was mir den zweifelhaften Kosenamen Tanjaanja (bedeutet soviel wie ahnungslose PR-Tusse) eingebracht hat. Dabei dachte ich Herr Knüver würde sich qua seiner Profession tatsächlich für unser Handels-PR-Blog und auch den Kongress interessieren! Denn in unserer Podiumsdiskussion wird sein Kollege, Christoph Schlautmann, Redakteur beim Handelsblatt,  sich zu dem Spannungsfeld zwischen Journalisten und PR’lern äußern - wie passend.

In jedem Fall zeigt dies, wie komplex Kommunikation im Web 2.0 ist. Freue mich auf weitere Kommentare!