Mit ‘Twitter’ getaggte Artikel

Social Media: Es menschelt wieder

Mittwoch, 07. Juli 2010

Gestern bei der Veranstaltung der Consumer 2.0 der GS 1 (unserer Tochterfirma) habe ich Prof. Klemens Skibicki mit There is media in SocialMedia gehört. Klemens Skibicki hat das Talent, seine Zuhörer in ihre Studentenzeiten (oder ähnliches) zurück zu versetzen, weil er jeden sehr geschickt mit einbezieht (sogar dran nimmt … und “angestrengt weggucken nutzt gar nichts” ). Ich fühlte mich also so etwa wie im Hörsaal oder in der Schule. Dann wurde ich allerdings sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn: Ich bin kein Digital Native (und aus dem Studentenalter damit auch raus) und darum kann ich Social Media und die damit verdundenen neuen Denkweisen gar nicht verstehen, sagt Skibicki. Genauso wie seine Studenten gar nicht verstehen können, dass er sich überhaupt die Mühe macht, Menschen wie mir Social Media erklären zu wollen. Schließlich hat er es aber doch sehr eindrucksvoll versucht.

Social Media ist das, was es schon immer gab: Austausch, Gespräche, Empfehlungen. Social Media ist die Rückkehr zu mehr Menschlichkeit , wenn man so will, und basiert auf dem Prinzip, dass wir Menschen soziale Wesen sind. Wir teilen uns gern mit, erzählen, was wir gut finden und wir sind gern Teil einer Gruppe.  Auf facebook sind wir fans, wir teilen (share) oder empfehlen (like). TV ist in Social Media Youtube, Print sind die Blogs und Newsticker sind Twitter.

Im Netz geht alles rasant schnell. Das ist die eine Herausforderung. Die andere ist, dass wir neu denken lernen müssen. Es geht nicht mehr darum, mit riesiger Markenpräsenz auf sich aufmerksam zu machen. Botschaften penetrieren ist definitiv out! Vielmehr muss ich mit meiner Marke oder meinem Unternehmen Teil von Gruppen werden und ich muss von den anderen Menschen der Gruppe gemocht werden. Es geht also um Zwischenmenschliches, um Soziales. Darum meinte Klemens Skibicki sollten die alten Marketing-Experten umschulen … zu Psychologen oder Soziologen. Denn Anzeigen-Schalten im Netz sei im Wesentlichen sinnlos. Social-Media-Aktionen wie z.B. Jägermeister sie mit Hirschkulturerbe gemacht hat, als sie sich von ihren in die Jahre gekommenen Hirschen getrennt haben, kommen an. Kampagnen, an denen Menschen sich beteiligen können, machen aus Kunden Fans.

Für uns PR’ler sieht’s nicht ganz so schlimm aus, finde ich. Wir haben uns noch nie auf die Wirkkraft von Anzeigen verlassen. Aber ein Umdenken ist auch bei uns nötig. Wir müssen lernen, uns wieder auf Augenhöhe mit unseren Kunden, besser mit unseren Mitmenschen,  zu bewegen.

Twitter im Supermarkt?

Freitag, 19. März 2010

Soziale Netzwerke spielen im Handel eine zunehmend wichtigere Rolle, soviel dürfen wir aus der laufenden Befragung schon verraten. Wird also der Supermarkt um die Ecke demnächst twittern? Und treffen wir uns zum Klamottenkauf zukünftig mit unseren Freundinnen im Netz? Es wird sicherlich von allem etwas geben. Für den Handel ist es nun wichtig herauszufinden, wie er die vielfältigen Möglichkeiten der Kommunikation nutzt.
Dazu gibt es reichlich Praxisbeispiele auf unserem PR-Kongress und: wir verraten die kompletten Ergebnisse der Befragung des Handels zu seinen PR-Strategien. Man darf also gesapnnt sein. Wer mehr wissen möchte … bitte hier entlang: www.pr-kongress.de

Seenot in der Datenflut

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Die virtuelle Datenflut nimmt weiter zu - Twitter, Blog, E-Mail und Co. versorgen uns rund um die Uhr mit immer mehr wichtigen und vor allem weniger wichtigen Informationen. Doch wie schafft man es, nicht darin zu ertrinken? Einerseits wollen wir - damit sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen gemeint - am Ball und damit am Puls der Zeit bleiben. Andererseits ist es fast unmöglich, zwischen all den auf uns einprasselnden Informationen die wirklich relevanten herauszufiltern. Eva Tenzer geht dieser Frage in Psychologie Heute  nach:

Permanent online: Wie die neuen Medien das Leben verändern. Kann unsere Psyche dieses Dauerfeuer noch verarbeiten? Wie beeinflussen Twitter, Facebook & Co Aufmerksamkeit und Konzentration – und wie verändern sie das soziale Leben?

Dass die mediale Welt großen Einfluss auf die soziale Welt hat, ist unbestritten, doch wie gehen wir damit um? Können wir es uns leisten, nicht “online” zu sein? Wie können wir herausfinden, auf was wir unsere Konzentration richten sollten? Wird sich das Gehirn zukünftiger Generationen dem neuen Datenfluss einfach anpassen? Eines ist sicher: Die Datenflut wird bleiben - und uns bleibt nichts anderes übrig, als darin schwimmen zu lernen.

Twitter - ein Milliardengeschäft?

Freitag, 18. September 2009

Heute berichtet die Kölner Tageszeitung unter Berufung auf das Technologie-Blog Techcrunch, dass Twitter für sich einen Marktwert von einer Milliarde Dollar beanspruche. Twitter sei dabei, sich auf dieser Basis eine neue Finanzierung von etwa 50 Millionen Dollar zu sichern. Diese selbstbewusste Einschätzung korrespondiert mit den enorm steigenden Nutzerzahlen. Große Pressagenturen nutzen Twitter genauso wie kleine Branchendienste. Ganz ignorieren sollte man es jedenfalls nicht.

Erfolgsmeldung: Fressnapf’s Twitter-Bilanz

Freitag, 04. September 2009

Unter dem Titel Twitter im Unternehmenseinsatz – Sinnvolle Ergänzung oder Zeitverschwendung? im PR-Professional-Newsletter hat die Agentur snoopmedia, die Fressnapf in seinen Online-Aktivitäten unterstüzt, eine Bilanz gezogen:

Für Fressnapf entwickelt sich Twitter aktuell zu einer sinnvollen Ergänzung der anderen Kommunikationsmaßnahmen im Social Web und ist daher ein Projekt, das bis auf weiteres fortgeführt werden wird.

Wichtiger Erfolgsfaktor war, dass Fressnapf auf die anfängliche Kritik, sie würden Twitter zu einem reinen Marketinginstrument verunglimpfen, reagiert hat. Im direkten Austausch mit den Nutzern habe das Unternehmen die Inhalte verändert. Eine ausgewogene Mischung an Themen lasse die Verfolgerzahlen stetig wachsen. Das ist doch mal eine klare Erfolgsmeldung eines Handelsunternehmens.

Von hashtags, Ambient Intimacy und anderen Twitter-Insides

Dienstag, 01. September 2009

Die Zahl der Twitterer ist im Juni in Deutschland auf 1,8 Millionen (Nielsen) gestiegen. Sehr sicher, dass es inzwischen schon wieder deutlich mehr sind. Was dahinter steckt, ist einfach zu erkären: ein Kommunikationsinstrument für schnelle, kurze Meldungen. Wem es nutzt, ist auch einfach zu sagen: Prominenten, die ihre Fans mit Statusmeldungen versorgen wollen, Freunden, die unkompliziert in Kontakt bleiben wollen und sicherlich Politikern, die Bürgernähe demonstrieren wollen. Wie aber können Kommunikations-Profis Twitter für ihr Unternehmen nutzen? Wann und für wen ist Twitter sinnvoll? Welche Inhalte eignen sich und wen erreicht man damit? Wie ist das Verhältnis Aufwand und Nutzen? Pauschal sind diese Fragen sicher nicht zu beantworten. Eine Entscheidungshilfe, ob man Twitter nutzen sollte oder nicht, gibt aber möglicherweise das Twitter-Buch von Tim O’Reilly und Sarah Milstein. Twitter-Einsteigern gibt es immerhin einen klaren Überblick über Begrifflichkeiten (nichts ist peinlicher als falsch benutzte Web 2.0-Fachausdrücke) und einige Auskünfte zum Nutzen. Das Werk gibt es natürlich auch als E-Book.

Ist der Hype von Social Networking und Twitter schon vorbei?

Mittwoch, 26. August 2009

Facebook und Co. rangiert bei Arbeitgebern auf der Liste der Büro-Produktivitätskiller noch vor den Websites von Online-Händlern oder Online-Banken, so der IT-Sicherheitsdienstleister ScanSafe, der innerhalb eines Monats mehr als eine Milliarde Web-Abfragen geprüft  hat. Auch Twitter wird in bestimmten Kreisen bereits verboten. Fragt sich nur, ob solche Verbote viel nutzen. Die Ausmaße der neuen Kommunikation im Netz lassen erst erahnen, wie Informationen sich künftig verbreiten werden…

Twitter-to-Google-to-Wikipedia

Mittwoch, 19. August 2009

Heute findet sich in Spiegel Online (übrigens mit neuem, modernen Layout) ein Artikel über die Pläne der Agentur AP (Associated Press) das Zitieren und Verweisen auf AP - Inhalte zu regulieren.

Nun möchte ich an dieser Stelle nicht die Diskussion um Copyright, Fair Use, News Aggregatoren oder Angemessenheit usw. führen. Das tun andere (z.B. The Laboratorium, Jeff Jarvis).Viel interessanter ist vielmehr die Motivation von AP.   

Schauen wir dazu in das AP - Strategiepapier Protect, Point, Pay (Scribd Version) und zwar an die Stelle, wo AP den neuen Weg der Nachrichten beschreibt:

Michael Jackson died suddenly on June 25, and within 30 minutes, the news absorbed 25 percent of all Web traffic. Online news sites logged an astounding 4.2 million visitors a minute, according to the delivery network Akamai.

Two of the biggest beneficiaries of that traffic bonanza were Twitter and Wikipedia, a couple of digital natives that would have been viewed as very unlikely news competitors even a few months ago. Indeed, a new pattern of consumption was validated in the confusing minutes that followed the first reports of Jacko’s death: Users shared; they searched and they clicked on Wikipedia.

In the course of only a few hours on the first day of the story, the Michael Jackson page on Wikipedia received 1.8 million visits. By Friday, the total reached 5 million visits.

For those with long Internet memories, the new routine of Twitter-to-Google-to-Wikipedia contrasts sharply with the behavior of users in August of 1997, when millions loaded and reloaded bookmarked news sites to get updates on the death of Princess Diana, another celebrity icon of similar magnitude.

Da wird es deutlich, warum AP sich überlegt, wie und wo sie künftig in der Nachrichten-Supply-Chain stehen. Aber dieser Wettstreit zwischen AP, Google und Wikipedia darf die Herausforderung für die hiesige Branche nicht überlagern.

Für die PR-Abteilungen in Markenartikelindustrie und Handel bedeutet dies nämlich auch sich Gedanken zu machen. Ein Twitter-to-Google-to-Wikipedia Modell entspricht keineswegs der gelernten Gepflogenheit eine Pressemeldung an ausgewählte Journalisten zu veröffentlichen oder sich gar nur mit der dpa zu unterhalten.

Hier ist eine massive Verschiebung der Verhältnisse zu beobachten, die AP so beschreibt:

With the help of social nets like Twitter and resources like Wikipedia, users are gaining even more control over their news consumption

Die Frage für uns alle im PR ist jetzt, kann man sich gegen die Entwicklung stellen, oder muss man heulen mit den Wölfen - nur lauter?

Twitter praktisch bedeutungslos

Freitag, 07. August 2009

In einer Untersuchung hat die Agentur PR-COM die Aktivitäten der deutschen Top-Unternehmen im Hype-Medium Twitter untersucht:

Von den 30 Dax-Unternehmen verfügen derzeit 22 über offizielle Twitter-Accounts. Die Metro twittert nicht.

Die Aufstellung über die Anzahl von Followern, also von Abonnenten, ist ernüchternd: Spitzenreiter ist Lufthansa mit 5.927 Followern. Die übrigen twitternden DAX Konzerne haben lt PR-Com noch weniger Resonanz:

  1. Deutsche Lufthansa: 5.927
  2. SAP: 3.462
  3. Deutsche Telekom: 2.621
  4. Volkswagen: 2.500
  5. Siemens: 1.615
  6. Daimler: 1.145
  7. Allianz: 251
  8. Bayer: 248
  9. Henkel: 175
  10. Adidas: 92
  11. BMW: 89
  12. BASF: 64
  13. Fresenius Vz: 63
  14. RWE: 52
  15. MAN: 39
  16. Deutsche Bank: 38
  17. Linde: 35
  18. Merck: 21
  19. Commerzbank: 15
  20. Salzgitter: 14
  21. Beiersdorf: 2
  22. Fresenius Medical Care: 0

 
Dazu erläutert PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes:

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Twitter von den Dax-Konzernen noch nicht systematisch genutzt wird. Es gibt viele kleine Projekte und auch kleine Unternehmen, die Twitter zum Teil recht intensiv nutzen. Der Durchbruch bei den großen Unternehmen steht jedoch noch aus.

Vergleicht man diese Nutzerzahlen mit denen in den USA, wo Schauspieler Ashton Kutcher jüngst den Fernsehsender CNN herausforderte, wer zuerst eine Million Follower habe, dann ist in Deutschland Twitter sicherlich eine exotische Randerscheinung.