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Handel zu lahm fürs Internet?

Freitag, 26. Juni 2009

Dies ist ein Gastbeitrag von Rainer Bartel. Er ist Publizist, Dozent, Berater und Autor des Buches ”Erfolgreiche Online-PR” .

Es ist eine Binsenweisheit, dass das Gros der deutschen Volksvertreter Probleme mit dem Internet hat. Auf viele Politiker wirkt das Web wie ein Dschungel voller böser Elemente, vor dem der gepflegte Garten der Parteiendemokratie geschützt werden muss. Klassisch auch die Aussage eines Angeordneten, zum Internet könne er nichts sagen, er sei schließlich kein Techniker. Aber: Sind die Entscheider im Handel den Parlamentariern wirklich um mehr als eine Nasenlänge voraus?

Sicher: Schon seit langem haben die großen Versandhändler den E-Commerce als zusätzlichen Vertriebskanal für sich entdeckt und jede Innovation mitgemacht, die zum Absatz per Web beiträgt. Nur in Sachen Kommunikation sieht es bei vielen Handelsunternehmen immer noch düster aus. Corporate-Blogs und Twitter-Kanal als Mittel des Dialogs mit Konsumenten und Partnern sind Mangelware, und die Möglichkeit, in Weblogs und Diskussionsforen mit dem bestehenden und potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, nutzt praktisch niemand, der in seinem Unternehmen für Marketing und/oder Kommunikation zuständig ist.

Woran das liegt? Vielleicht an ähnlichen Verhaltensweise, wie sie rund um den Bundestag in Sachen WWW zu finden sind: Technikfeindlichkeit, Ignoranz, Angst vor dem direkten Dialog mit den Zielgruppen oder am Ende gar mangelnde Flexibilität. Hoffentlich sind es nicht lahme Entscheidungsprozesse und geringe Geschwindigkeit in der Umsetzung - denn dann träfe auf den Handel der schöne Satz zu: “Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.”