Mit ‘Netzwerk’ getaggte Artikel

Geo-Tracking

Freitag, 20. August 2010

Man ist unterwegs, kommt an einem Café vorbei und checkt mal eben per Smartphone, ob dieses empfehlenwert ist oder ob es in der Nähe vielleicht ein besseres gibt - eventuell ist sogar ein Freund ebenfalls gerade vor Ort. Keine Zukunftsmusik - dank Foursquare vor allem in großen Städten bereits Trend. Nun kommt zusätzlicher Auftrieb durch Facebook:

 ”Der Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook kann seinen Freunden künftig nicht nur schreiben, was er gerade macht. Er kann mit einem Klick („Check-in“) auf seinem Smartphone auch mitteilen, wo er ist – zum Beispiel in einer Bar. Und er erfährt mit einem Blick auf sein Handy, wo seine Freunde sind und was sie dort machen. Möglich macht dies der „Places“, ein neuer Dienst des Netzwerks, der auf GPS-Daten der Nutzer zugreift. Vorerst funktioniert er nur den USA. Später sollen alle 500 Millionen Facebook-Nutzer Zugang erhalten.” (Jürgen Stüber auf Welt Online am 19.08.2010)

 Wenn man mal von möglichen Bedenken bezüglich Datenschutz (big brother is watching you) absieht, stecken in dieser weiteren Dimension des globalen Netzwerkes ungeheure Chancen: Einerseits für den Nutzer selbst (schließlich bekommt er schnell und unproblematisch genau die auf seine aktuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Informationen), andererseits für das empfohlene Unternehmen. Dieses muss einfach nur “gut sein”, die PR erledigt im Idealfall - überspitzt gesagt - die Online-Community.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Unternehmen negative Bewertungen zwingend vermeiden sollten. Public Relations bekommen einen noch größeren Stellenwert. Ein positives Bild kann nur vermittelt werden, wenn auch ein positiver Gehalt da ist. Zu kommunizieren “Wir sind für Sie da” bringt wenig, wenn der Smartphone-User von seinen Freunden erfährt, dass die Mitarbeiter des entsprechenden Unternehmens inkompetent und unfreundlich sind.

Kommunikationsverantwortliche werden die Aufgabe haben, eine “echte” Beziehung zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern herzustellen. Und dazu werden sie sich wohl oder übel in die Fluten der sozialen Netzwerke stürzen müssen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Sobald man dort einigermaßen tauchen gelernt hat, wird man feststellen, dass es eigentlich ganz prima ist, direkten Kontakt mit den anderen Tauchern zu haben - den einen kann man durch Flossen unterstützen, den anderen erfreut das Angebot einer Badehose, ein dritter möchte den Weg wissen, ein anderer warnt vor Schlingpflanzen und bei einem entschuldigt man sich für einen versehentlichen Tritt.

Social Media als schöne Unterwasserwelt? Warum nicht - die Vorstellung von Korallen, bunten Fischen, Muscheln und uralten Wracks ist doch allemal positiver als der Gedanke an einen unübersichtlichen Sumpf. Tauchen wir also ein, lernen wir die “User” dieser Welt kennen und schauen wir, was wir für diese tun können. 

 

 

Ein Dorfplatz auf Reisen

Dienstag, 13. Juli 2010

Es ist heiß und die Gehirnzellen kämpfen gegen das Schmelzen an, geistreiche Texte sind heute zuviel verlangt. Viele Kollegen sind im Urlaub und ab morgen bin ich es auch. Dabei kam mir der Gedanke, dass man in Social Media Zeiten eigentlich nie so richtig weg ist (bzw. weg sein muss, man kann natürlich auch ein paar Wochen völlig offline bleiben). Vergleicht man das soziale Netzwerk mit dem “Dorfplatz” (als Sammelbegriff für einen Ort der Kommunikation einer Gemeinschaft) früherer Zeiten, fällt vor allem eines auf: Der Dorfplatz kommt mit auf die Reise.

Früher war man für ein paar Tage oder Wochen nicht vor Ort, eventuell schickte man eine nette Ansichtskarte, die die Vorzüge des Urlaubsziels pries. Weder wussten die anderen Besucher des Dorfplatzes, wie die Tage des Reisenden verliefen, noch wusste dieser, welche Neuigkeiten es in der Heimat gab (von gravierenden Ereignissen einmal abgesehen). Bei der Heimkehr gab es von beiden Seiten Erzählstoff. Da man man sich nicht jede Einzelheit der vergangenen Tage/Wochen gemerkt hatte, wurde manches ausgelassen, manches geschönt und manches übertrieben. Vieles hatte sich bereits relativiert.

Heute kann man ohne großen technischen Aufwand und ohne zusätzliches Gepäck während der gesamten Reise weiter auf seinen virtuellen Dorfplatz gehen. Informationen kommen direkt und ohne die Relativierung durch die Zeit bei den Empfängern an. Dadurch verpasst man nichts - zumindest nichts aus seinem sozialen Netzwerk. Manchmal kann es allerdings durchaus entspannend sein, einfach mal alles abzuschalten. Und genau das werde ich tun. Deshalb kommt jetzt eine blogfreie Ferienzeit bis Ende Juli, dann ist zumindest meine Kollegin wieder gut erholt und voller Ideen für die PR im Handel zurück.

Mächtig vernetzt

Mittwoch, 05. Mai 2010

Social Media war eines der Hauptthemen beim Kongress - einig war man sich im großen und ganzen, dass man den direkten und interaktiven Kontakt mit Zielgruppen, Communities und Co. nicht mehr ignorieren sollte und dass Abwarten möglicherweise die falsche Strategie ist. Was allerdings genau zu tun ist, wie man diese neuen Herausforderungen in den Unternehmen angehen bzw. bewältigen kann oder muss, bleibt schwierig zu beantworten. Der Handel - und speziell die Kommunikationsverantwortlichen des Handels - ist bzw. sind auf einer Art Expedition in unbekanntes Gelände unterwegs. Mancher mutig im Sinne von “Learning by doing” voran, manche zögerlicher und erst einmal Ausrüstung beschaffend hinterher. Vermutlich erkennen wir bereits bei unserem nächsten PR-Kongress in einem Jahr eine deutliche Entwicklung. Das ist ziemlich spannend und gerade für ein Forschungsinstitut natürlich ideal, hautnah derartig schnelle Prozesse verfolgen zu können. Empfohlen zu diesem Thema sei auch das Buch von Tim ColeUnternehmen 2020“. Es geht um all die angesprochenen Aspekte der neuen vernetzten Welt wie Kundenmacht, Mobilität, Reputation, Loyalität, Vertrauen, die Mitarbeiter von morgen und noch sehr vieles mehr - ein umfassender Überblick mit positivem Grundtenor vor allem für Mittelständler.