Mit ‘Marketing’ getaggte Artikel

Pay with a tweet

Freitag, 29. Oktober 2010

Stop thinking campaigns – start thinking conversations

so hat die Lufthansa die veränderten Bedingungen für Marketing kürzlich zusammen gefasst. Ein schönes Beispiel für eine neue Art des Werbe-Verkaufen-Verhaltens habe ich kürzlich erlebt: Pay with a tweet! Zwei findige Kommunikations-Nerds, die Deutschland verlassen haben, um in New York bei einer Agentur auszuhelfen!, haben ein ebook verfasst. Titel: Oh my god what happened and what should I do? Inhalt: Oh my god what …. Ok, etwas konkreter: Das ebook richtet sich an alle, die meinen, den Anschluss an die veränderte Welt des Social Web verpasst zu haben und nun tierisch Angst haben, sich nicht mehr zurecht zu finden. Und es richtet sich an die, die denken voll up-to-date zu sein und alles richtig gemacht zu haben, die aber dennoch einen kleinen Funken Realismus in sich haben und deshalb heimlich alles zu Social Media lesen, was Ihnen unterkommt. Und es richtet sich an Leute, die einfach nie genug bekommen können von Social Media. Es beschreibt sehr akkurat, was aus der Werbegesellschaft wird, wenn sie sich online bewegt:

You watch TV, you read magazines, but you hang out online. In Digital Media the consumer becomes a user. And that is where advertising ends to be just advertising.

Alles sehr online-mäßig aufgemacht.

Und wie kann man ein Social Media ebook in der Szene besser bekannt machen als mit den eigenen Methoden? Also: You pay with a tweet. Forced Viral. So funktioniert Empfehlungsmarketing heute! Ein Tweet mit dem Text “This Book helps you to move into the Digital era of awesomeness. Download it for free: http://bit.ly/4R9rth” absetzten und Buch downloaden.

Übrigens im Kölner Hotel Domspitzen bekommt man für einen Tweet ein Kölsch – nur schade, dass es Dom-Kölsch ist.

Social Media: Es menschelt wieder

Mittwoch, 07. Juli 2010

Gestern bei der Veranstaltung der Consumer 2.0 der GS 1 (unserer Tochterfirma) habe ich Prof. Klemens Skibicki mit There is media in SocialMedia gehört. Klemens Skibicki hat das Talent, seine Zuhörer in ihre Studentenzeiten (oder ähnliches) zurück zu versetzen, weil er jeden sehr geschickt mit einbezieht (sogar dran nimmt … und “angestrengt weggucken nutzt gar nichts” ). Ich fühlte mich also so etwa wie im Hörsaal oder in der Schule. Dann wurde ich allerdings sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn: Ich bin kein Digital Native (und aus dem Studentenalter damit auch raus) und darum kann ich Social Media und die damit verdundenen neuen Denkweisen gar nicht verstehen, sagt Skibicki. Genauso wie seine Studenten gar nicht verstehen können, dass er sich überhaupt die Mühe macht, Menschen wie mir Social Media erklären zu wollen. Schließlich hat er es aber doch sehr eindrucksvoll versucht.

Social Media ist das, was es schon immer gab: Austausch, Gespräche, Empfehlungen. Social Media ist die Rückkehr zu mehr Menschlichkeit , wenn man so will, und basiert auf dem Prinzip, dass wir Menschen soziale Wesen sind. Wir teilen uns gern mit, erzählen, was wir gut finden und wir sind gern Teil einer Gruppe.  Auf facebook sind wir fans, wir teilen (share) oder empfehlen (like). TV ist in Social Media Youtube, Print sind die Blogs und Newsticker sind Twitter.

Im Netz geht alles rasant schnell. Das ist die eine Herausforderung. Die andere ist, dass wir neu denken lernen müssen. Es geht nicht mehr darum, mit riesiger Markenpräsenz auf sich aufmerksam zu machen. Botschaften penetrieren ist definitiv out! Vielmehr muss ich mit meiner Marke oder meinem Unternehmen Teil von Gruppen werden und ich muss von den anderen Menschen der Gruppe gemocht werden. Es geht also um Zwischenmenschliches, um Soziales. Darum meinte Klemens Skibicki sollten die alten Marketing-Experten umschulen … zu Psychologen oder Soziologen. Denn Anzeigen-Schalten im Netz sei im Wesentlichen sinnlos. Social-Media-Aktionen wie z.B. Jägermeister sie mit Hirschkulturerbe gemacht hat, als sie sich von ihren in die Jahre gekommenen Hirschen getrennt haben, kommen an. Kampagnen, an denen Menschen sich beteiligen können, machen aus Kunden Fans.

Für uns PR’ler sieht’s nicht ganz so schlimm aus, finde ich. Wir haben uns noch nie auf die Wirkkraft von Anzeigen verlassen. Aber ein Umdenken ist auch bei uns nötig. Wir müssen lernen, uns wieder auf Augenhöhe mit unseren Kunden, besser mit unseren Mitmenschen,  zu bewegen.

A Rose is a Rose is a …oder: Nachhaltigkeit ist nur nachhaltig, wenn sie nachhaltig ist

Montag, 09. November 2009

Zu den Begriffen Corporate (Social) Responsibility, Corporate Citizenship, Corporate Governance gesellt sich nun ein weiterer hinzu: Social Business. Adidas macht es bereits,  die Otto Group ebenfalls…. und viele andere auch. Sie engagieren sich uneigennützig für soziale Projekte in sog. Beschaffungs-Ländern. Alles nicht neu. Deichmann baut schon seit Jahrzehnten Krankenhäuser in Afrika. Nur hieß es bis vor kurzem noch nicht so. Da sprach man von sozialem Engagement. Gemeint ist heute immer noch das gleiche: Der Gesellschaft etwas von dem Erfolg zurückzugeben, an dem sie beteiligt ist.

Eingebunden in umfassende Kommunikationsstrategien erhält das Thema seit einiger Zeit einen enormen Schub und das ist auch gut so. Mit welchen Begrifflichkeiten es tituliert wird, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist vielmehr, dass das Engagement ein Sprachrohr findet, so z.B. auf dem Vision Summit in Berlin gestern.

Viel interessanter als Begrifflichkeiten ist die Frage, wie sie z.B. im EHI-Arbeitskreis Public Relations diskutiert wurde, ob Nachhaltigkeit zum reinen Marketing/PR-Instrument degradiert wird oder ob Unternehmen aus Überzeugung nachhaltig sind. Das wird sich zwar nicht immer klären lassen, aber wer wirklich nachhaltig agiert, der tut das eben nachhaltig und das kann man nur langfristig.

Susanne, 13 Jahre, Realschülerin – steht auf Tobi und Marken-Sneaker

Montag, 19. Oktober 2009

Datenklau im Internet – gerade sind wieder eine Million persönliche Nutzerdaten von dem marktführenden Online-Netzwerk Schüler-VZ kopiert worden. Der Betreiber hat Anzeige gegen unbekannt erstellt, den Datenschutz informiert und umgehend versichert, dass er seine Sicherheitsmechanismen verschärfen werde. Wenn die Anwender künftig komplizierte Buchstaben- und Zahlenkombinationen eingeben müssen, geht das allerdings zu Lasten der Benurtzerfreundlichkeit. Ein grundsätzliches Dilemma bleibt: Einerseits wollen die Nutzer gefunden werden, inklusive bestimmter Informationen über sich und ihre Interessen, und stellen damit eine gewollte Öffentlickeit her. Andererseits wird es immer IT-affine Spezialisten geben, die Daten aus solchen Internet-Netzwerken herausfischen können. Die Frage ist daher eher: Was sind sensible Daten, die man lieber nicht ins Internet stellt? Übrigens:

“Den Angreifern ging es wohl um den Spaß, uns zu beweisen, das eine Begrenzung der Profilabfragen technisch umgangen werden kann,”

erklärt der Geschäftsführer der VZNetwerke Markus Berger-de Léon. Für Marketingexperten zählt bei solchen Daten weniger der Spaßfaktor als der Nutzen genauer Zielgruppen-Bestimmung. Stephen Baker hat ins seinem Buch “Die Numerati” die möglichen Folgen – positiv wie negativ – aufgezeigt, wenn Menschen persönliche Daten allzu bereitwillig preisgeben.

Du musst dein Leben ändern…

Donnerstag, 24. September 2009
…fordert der Philosoph Sloterdijk und bezieht sich damit auf die Werteveränderungen in unserer Gesellschaft. Eindrucksvoll reflektiert der Philosoph und Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe in seinem gleichnamigen Buch, welche gesellschaftlichen und kulturellen Folgen durch die Finanz- und Wertekrise ausgelöst wurden. Seine Thesen stellt er auf dem EHI-Marketing Forum ganz in den Kontext des Handels. Um bei dem Transformationsprozess, der sich in unserer Gesellschaft und damit im Handel zur Zeit vollzieht, nicht auf der Strecke zu bleiben, muss der Handel einiges tun.