Mit ‘Kommunikation’ getaggte Artikel

Mit Imagegewinn aus der Krise - es geht tatsächlich

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Eine Rückrufaktion muss sich nicht zwangsläufig negativ auf das Image des Herstellers auswirken - wenn alle Beteiligten ihre Hausaufgaben richtig machen. Besonders gefragt ist die Kommunikation. Der Hersteller Philips jedenfalls hat richtig reagiert, als die Gefahr bestand, dass der Wasserbehälter der Senseo-Kaffeemaschinen bei zuviel Kalkansammlung platzt: Rückrufaktion! Bei 25 Mio. verkauften Exemplaren weltweit ist das Ausmaß der Aktion gut vorstellbar. Technik, Logistik, Kommunikation und natürlich die Geschäftsführung sind gefordert. Philips hat die Aktion knapp 50 Mio. Euro gekostet. Vornehmlich für Abwicklung des Transports und der Technik, aber auch ein Call-Center wurde installiert. Kunden und Journalisten wurden ernst genommen und mit offener Kommunikation haben Philips PR-Profis es geschafft, negative Schlagzeilen zu vermeiden. Insgesamt ist man in dem Unternehmen sogar der Meinung, dass der durchweg reibungslose Verlauf der Aktion das Image in puncto Kundenservice und Produktqualität sogar noch verbessert hat. 

Eine Bomben-Kaffemaschine

kommentierte ein Diskutant auf der K2-Veranstaltung Krisenkommuniktion in Düsseldorf heute und meinte das keinesfalls wörtlich.

Auf dem nächsten EHI-PR-Kongress am 20./21. April 2010 in Köln wird Klaus Petri, stv. Leiter Unternehmenskommunikation bei Philips den Fall noch einmal detailliert schildern.

Von hashtags, Ambient Intimacy und anderen Twitter-Insides

Dienstag, 01. September 2009

Die Zahl der Twitterer ist im Juni in Deutschland auf 1,8 Millionen (Nielsen) gestiegen. Sehr sicher, dass es inzwischen schon wieder deutlich mehr sind. Was dahinter steckt, ist einfach zu erkären: ein Kommunikationsinstrument für schnelle, kurze Meldungen. Wem es nutzt, ist auch einfach zu sagen: Prominenten, die ihre Fans mit Statusmeldungen versorgen wollen, Freunden, die unkompliziert in Kontakt bleiben wollen und sicherlich Politikern, die Bürgernähe demonstrieren wollen. Wie aber können Kommunikations-Profis Twitter für ihr Unternehmen nutzen? Wann und für wen ist Twitter sinnvoll? Welche Inhalte eignen sich und wen erreicht man damit? Wie ist das Verhältnis Aufwand und Nutzen? Pauschal sind diese Fragen sicher nicht zu beantworten. Eine Entscheidungshilfe, ob man Twitter nutzen sollte oder nicht, gibt aber möglicherweise das Twitter-Buch von Tim O’Reilly und Sarah Milstein. Twitter-Einsteigern gibt es immerhin einen klaren Überblick über Begrifflichkeiten (nichts ist peinlicher als falsch benutzte Web 2.0-Fachausdrücke) und einige Auskünfte zum Nutzen. Das Werk gibt es natürlich auch als E-Book.

Handel zu lahm fürs Internet?

Freitag, 26. Juni 2009

Dies ist ein Gastbeitrag von Rainer Bartel. Er ist Publizist, Dozent, Berater und Autor des Buches ”Erfolgreiche Online-PR” .

Es ist eine Binsenweisheit, dass das Gros der deutschen Volksvertreter Probleme mit dem Internet hat. Auf viele Politiker wirkt das Web wie ein Dschungel voller böser Elemente, vor dem der gepflegte Garten der Parteiendemokratie geschützt werden muss. Klassisch auch die Aussage eines Angeordneten, zum Internet könne er nichts sagen, er sei schließlich kein Techniker. Aber: Sind die Entscheider im Handel den Parlamentariern wirklich um mehr als eine Nasenlänge voraus?

Sicher: Schon seit langem haben die großen Versandhändler den E-Commerce als zusätzlichen Vertriebskanal für sich entdeckt und jede Innovation mitgemacht, die zum Absatz per Web beiträgt. Nur in Sachen Kommunikation sieht es bei vielen Handelsunternehmen immer noch düster aus. Corporate-Blogs und Twitter-Kanal als Mittel des Dialogs mit Konsumenten und Partnern sind Mangelware, und die Möglichkeit, in Weblogs und Diskussionsforen mit dem bestehenden und potenziellen Kunden ins Gespräch zu kommen, nutzt praktisch niemand, der in seinem Unternehmen für Marketing und/oder Kommunikation zuständig ist.

Woran das liegt? Vielleicht an ähnlichen Verhaltensweise, wie sie rund um den Bundestag in Sachen WWW zu finden sind: Technikfeindlichkeit, Ignoranz, Angst vor dem direkten Dialog mit den Zielgruppen oder am Ende gar mangelnde Flexibilität. Hoffentlich sind es nicht lahme Entscheidungsprozesse und geringe Geschwindigkeit in der Umsetzung - denn dann träfe auf den Handel der schöne Satz zu: “Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.”