Es wird weiter viel geredet über Social Media und Co., so auch gestern beim media coffee von news aktuell in Köln. Thema war ”Kommunikation 2020 - Aufbruch in ein neues Informationszeitalter?”. So richtig in der Zukunft ankommen wollte die sehr unterhaltsam von Thomas Knüwer (kpunktnull) moderierte Veranstaltung allerdings nicht. Was vielleicht daran lag, dass das neue Informationszeitalter längst angebrochen ist und Kommunikation 2010 offensichtlich bereits ausreichend Gesprächsstoff bot.
Astrid von Rudloff (Weber Shandwick) freut sich auf ein “goldenes Zeitalter für die Kommunikation”, auch wenn sie persönlich, zumindest bisher, eher zu den Offlinern zu zählen ist. Weniger goldene Zeiten sehen Ibrahim Evsan (sevenload, United Prototype) und Prof. Peter Wippermann (Trendbüro) für Deutschland im Bereich technischer Innovationen und vor allem Investitionen - dank unserer traditionell kulturpessimistischen Einstellung sei der Anschluss an Spitzentechnologien bereits verpasst.
Ob die Kinder 2020 überhaupt noch die Handschrift beherrschten? Augenzwinkernd und mit einem eindeutigem Ja beantwortete Prof. Peter Wippermann diese Frage aus dem Publikum - schließlich seien Bildungseinrichtungen in Deutschland eher behäbig, ein so schneller Kulturwechsel also kaum vorstellbar. Angenommen jedoch, die Kinder könnten tatsächlich keine handschriftlichen Texte mehr verfassen - wäre das ein Verlust? Wären sie dümmer als die heutigen Kinder? Oder wären sie sogar intelligenter, weil sie komplexere Medien bedienen könnten?
Was auch immer 2020 sein wird - wir werden weder die technologische Entwicklung (die global ist und sich nicht durch nationale Kulturpessimisten schrecken lässt) noch die kommunikative Vernetzung aufhalten können. Also lassen wir uns am besten optimistisch und vor allem rechtzeitig darauf ein. Neues lernen hat schließlich noch nie geschadet.
