Mit ‘Kommunikation’ getaggte Artikel

Goldene Zwanziger?

Freitag, 03. September 2010

Es wird weiter viel geredet über Social Media und Co., so auch gestern beim media coffee von news aktuell in Köln. Thema war ”Kommunikation 2020 - Aufbruch in ein neues Informationszeitalter?”. So richtig in der Zukunft ankommen wollte die sehr unterhaltsam von Thomas Knüwer (kpunktnull) moderierte Veranstaltung allerdings nicht. Was vielleicht daran lag, dass das neue Informationszeitalter längst angebrochen ist und Kommunikation 2010 offensichtlich bereits ausreichend Gesprächsstoff bot.

Astrid von Rudloff (Weber Shandwick) freut sich auf ein “goldenes Zeitalter für die Kommunikation”, auch wenn sie persönlich, zumindest bisher, eher zu den Offlinern zu zählen ist. Weniger goldene Zeiten sehen Ibrahim Evsan (sevenload, United Prototype) und Prof. Peter Wippermann (Trendbüro) für Deutschland im Bereich technischer Innovationen und vor allem Investitionen - dank unserer traditionell kulturpessimistischen Einstellung sei der Anschluss an Spitzentechnologien bereits verpasst.

Ob die Kinder 2020 überhaupt noch die Handschrift beherrschten? Augenzwinkernd und mit einem eindeutigem Ja beantwortete Prof. Peter Wippermann diese Frage aus dem Publikum - schließlich seien Bildungseinrichtungen in Deutschland eher behäbig, ein so schneller Kulturwechsel also kaum vorstellbar. Angenommen jedoch, die Kinder könnten tatsächlich keine handschriftlichen Texte mehr verfassen - wäre das ein Verlust? Wären sie dümmer als die heutigen Kinder? Oder wären sie sogar intelligenter, weil sie komplexere Medien bedienen könnten?

Was auch immer 2020 sein wird - wir werden weder die technologische Entwicklung (die global ist und sich nicht durch nationale Kulturpessimisten schrecken lässt) noch die kommunikative Vernetzung aufhalten können. Also lassen wir uns am besten optimistisch und vor allem rechtzeitig darauf ein. Neues lernen hat schließlich noch nie geschadet.

Geo-Tracking

Freitag, 20. August 2010

Man ist unterwegs, kommt an einem Café vorbei und checkt mal eben per Smartphone, ob dieses empfehlenwert ist oder ob es in der Nähe vielleicht ein besseres gibt - eventuell ist sogar ein Freund ebenfalls gerade vor Ort. Keine Zukunftsmusik - dank Foursquare vor allem in großen Städten bereits Trend. Nun kommt zusätzlicher Auftrieb durch Facebook:

 ”Der Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook kann seinen Freunden künftig nicht nur schreiben, was er gerade macht. Er kann mit einem Klick („Check-in“) auf seinem Smartphone auch mitteilen, wo er ist – zum Beispiel in einer Bar. Und er erfährt mit einem Blick auf sein Handy, wo seine Freunde sind und was sie dort machen. Möglich macht dies der „Places“, ein neuer Dienst des Netzwerks, der auf GPS-Daten der Nutzer zugreift. Vorerst funktioniert er nur den USA. Später sollen alle 500 Millionen Facebook-Nutzer Zugang erhalten.” (Jürgen Stüber auf Welt Online am 19.08.2010)

 Wenn man mal von möglichen Bedenken bezüglich Datenschutz (big brother is watching you) absieht, stecken in dieser weiteren Dimension des globalen Netzwerkes ungeheure Chancen: Einerseits für den Nutzer selbst (schließlich bekommt er schnell und unproblematisch genau die auf seine aktuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Informationen), andererseits für das empfohlene Unternehmen. Dieses muss einfach nur “gut sein”, die PR erledigt im Idealfall - überspitzt gesagt - die Online-Community.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Unternehmen negative Bewertungen zwingend vermeiden sollten. Public Relations bekommen einen noch größeren Stellenwert. Ein positives Bild kann nur vermittelt werden, wenn auch ein positiver Gehalt da ist. Zu kommunizieren “Wir sind für Sie da” bringt wenig, wenn der Smartphone-User von seinen Freunden erfährt, dass die Mitarbeiter des entsprechenden Unternehmens inkompetent und unfreundlich sind.

Kommunikationsverantwortliche werden die Aufgabe haben, eine “echte” Beziehung zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern herzustellen. Und dazu werden sie sich wohl oder übel in die Fluten der sozialen Netzwerke stürzen müssen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Sobald man dort einigermaßen tauchen gelernt hat, wird man feststellen, dass es eigentlich ganz prima ist, direkten Kontakt mit den anderen Tauchern zu haben - den einen kann man durch Flossen unterstützen, den anderen erfreut das Angebot einer Badehose, ein dritter möchte den Weg wissen, ein anderer warnt vor Schlingpflanzen und bei einem entschuldigt man sich für einen versehentlichen Tritt.

Social Media als schöne Unterwasserwelt? Warum nicht - die Vorstellung von Korallen, bunten Fischen, Muscheln und uralten Wracks ist doch allemal positiver als der Gedanke an einen unübersichtlichen Sumpf. Tauchen wir also ein, lernen wir die “User” dieser Welt kennen und schauen wir, was wir für diese tun können. 

 

 

Im Dialog

Freitag, 21. Mai 2010

Dialog statt Einwegkommunikation ist das Motto der Zukunft - darin waren sich beim PR-Kongress die Kommunikationsprofis einig. Doch was ist konkret zu tun? Darüber diskutieren wir im Juni mit den Teilnehmern unseres nächsten Arbeitskreises “PR in der Handelsbranche”. Über die Risiken von Social Media wurde bereits einiges gesagt, nun wollen wir die Chancen in den Fokus rücken: Wie können soziale Medien sinnvoll in die Öffentlichkeitsarbeit integriert und welche sozialen Plattformen sollten beachtet werden, wie findet man sich im neuen Kommunikationsdschungel zurecht, welche Nutzung von Social Media ist wirklich effektiv?  Zur Unterstützung haben wir einen Fachmann eingeladen. Dieter Rappold, Mitgründer und Geschäftsführer von vi knallgrau, ist Profi im Bereich soziale Medien und bereichert den Arbeitskreis mit seinen Erfahrungen aus der Praxis. Stürzen wir uns also ins bunte Treiben im Netz und freuen uns auf neue Möglichkeiten der Kommunikation.

Dürfen wir Ihnen einen Kaffee anbieten?

Dienstag, 09. März 2010

Der Aufwand hat sich gelohnt, eine erfolgreiche Messe liegt hinter uns: Auf der EuroCIS 2010 waren Aussteller wie Besucher in prächtiger Stimmung.  Das hat man auch in unserer Lounge gemerkt. Fast familiär war es, viele Bekannte, Geschäftsfreunde und Partner zu treffen. Mittlerweile hat sich anscheinend herumgesprochen, dass man in der EHI-Lounge neben ein wenig Verpflegung und Erholung auch interessante Neuigkeiten zur Branche erhält und gute Gespräche führen kann. eurocis_lounge_web_blog_12

Wie die Branche wirklich tickt…

Mittwoch, 10. Februar 2010

… es ist wieder soweit: Wie bereits im letzten Jahr werden wir die Kommunikatoren des Handels bitten, uns Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Das Design der Studie steht nun und in Kürze (nach Karneval!) werden wir sie starten. Dieses Jahr werden wir das Schwerpunktthema Nachhaltigkeit genauer beleuchten. Natürlich interessiert uns auch, wie der Handel das Web 2.0 für seine Kommunikation nutzt. Wir sind gespannt, ob es besonders bei diesem Thema schon nennenswerte Unterschiede im Vergleich zur Befragung vom letzten Jahr gibt. Denn eins ist klar: Die technologischen Entwicklungen eröffnen PR-Profis wirklich vielfältige Möglichkeiten. Die Frage ist nur, ob der Handel bereit für diese kommunikative Revolution ist. Wir werden sehen. Auf jeden Fall freuen wir uns auf die Ergebnisse und hoffen natürlich wieder auf eine rege Beteiligung. Auf dem Kongress werden wir das Geheimnis erstmals lüften…..

Abwarten und Tee trinken?

Montag, 08. Februar 2010

Twitter, Facebook, Blogs … anscheinend tummelt sich hier die Welt. Wer nicht mitmacht, ist draußen. Tatsächlich? Zumindest im Privatleben von Jugendlichen ist die Relevanz sozialer Netzwerke kaum mehr zu verleugnen und auch immer mehr Erwachsene zeigen sich ”netzaffin” und präsentieren sich bei Xing und Co. oder plaudern via Blog mit alten und neuen (Un)Bekannten.  Wie wichtig ist diese schöne neue Öffentlichkeit für Wirtschaftsunternehmen? Kann man die neuen kommunikativen Plattformen ignorieren? Kann man sich längeres Zögern leisten? Wie stehen die PR-Verantwortlichen von Handelsunternehmen den neuen Kommunikationsformen gegenüber? Heißt die Devise “Mitmachen und Chancen nutzen” oder doch eher “Abwarten und Beobachten”? Was bedeutet eigentlich “Mitmachen”? Wer soll das leisten und wie muss man vorgehen? Welche Risiken sind zu bedenken? Wir befragen die PR-Verantwortlichen des Handels in unserer aktuellen Studie - unter anderem - ob “Web 2.0″ im Handel angekommen ist, ob es bereits Erfahrungen zu Erfolgen oder Misserfolgen gibt und in welche Richtung der Trend geht. Die Antworten darauf gibt’s dann beim Kongress im April.

Eingeborene des Internets

Mittwoch, 27. Januar 2010

Frank Schirmacher räumt in seinem jüngsten Buch “Payback” (sehr lesenswert) erstmal mit ein paar gängigen Vorurteilen auf, z.B. dass die sogenannten digital natives (Menschen, die keine Welt ohne Handy oder Internet kennen) mehr Zeit mit digitalen Medien verbringen als Erwachsene. Das, was ein durchschnittlicher Jugendliche an Zeit an einer Spielekonsole oder im Internet verbringt, würden Manager mit mit ihren Blackberrys, Iphones oder PCs locker überrunden. Mag sein. Er behauptet auch, dass es auffallend viele kleine Kinder gibt, die die Blackberrys ihrer Eltern verstecken oder ihnen Internet-freie Verabredungen abfordern, um einmal deren ungeteilte Aufmerksamkeit zu erhalten.

Wer auch immer mehr Zeit digital oder virtuell oder wie auch immer verbringt, unsere Gesellschaft verändert sich. Und, das ist konsequenterweise der Fall, unser Denken und unser Denkapparat verändern sich. Das wäre gar nicht erwähnenswert, würde es nicht in einer Geschwindigkeit stattfinden, die Evolutionsforscher in Stauen versetzt. Deshalb können wir durchaus von einer kommunikativen Revolution durch die neuen Medien sprechen. Und die findet auch im Handel statt!

Dialog suchen statt Feindbilder kreieren

Dienstag, 17. November 2009

Ein “angespanntes Verhältnis” nannte Angela Wisken, LZ-Chefredakteurin, das Verhältnis von Handel und Industrie in ihrer Rede zum 52. Goldenen Zuckerhut in Berlin……. und damit hat sie sicherlich recht.

In diesem Jahr ist in dieser Branche wirklich der Teufel los. So spannungsgeladen war das Verhältnis zwischen Industrie und Handel selten,

erklärte sie weiter. Die Gründe hierfür seien aber nicht nur in den Auswirkungen der Wirtschaftskrise, der Sorge um steigende Arbeitslosenzahlen oder Verfügbarkeit von Krediten zu suchen. Vielmehr sei der Handel ständig den Attacken von allen Seiten ausgesetzt. Verbraucherschützer, Medien, Bauern, Lieferanten, Kartellbehörden und Politiker machen die Branche zum Sündenbock. Daran sei die Branche auch selbst schuld, analysiert sie weiter. Schmerzlich räche sich zur Zeit, dass der Handel die Kommunikation mit der Öffentlichkeit schon immer vernachlässigt habe und dessen führende Köpfe mitunter wie eine Geheimloge agieren.

Das sind die Unternehmer und Topmanager des Handels, die sich in der Mehrzahl lieber verstecken als selbst in der Diskussion mit Politik und Öffentlichkeit einmal das Wort zu ergreifen……

Genau hier setzt das EHI mit demForschungsprojekt PR im Handel an. Wir schaffen eine Plattform für den Dialog und wollen die Professionalität der PR im Handel vorantreiben. Da gibt es sicherlich noch eine Menge zu tun, aber: es gibt auch reichlich positive Beispiele, die wir auf dem nächsten PR-Kongress, am 20./21. April 2010 in Köln wieder vorstellen werden.

A Rose is a Rose is a …oder: Nachhaltigkeit ist nur nachhaltig, wenn sie nachhaltig ist

Montag, 09. November 2009

Zu den Begriffen Corporate (Social) Responsibility, Corporate Citizenship, Corporate Governance gesellt sich nun ein weiterer hinzu: Social Business. Adidas macht es bereits,  die Otto Group ebenfalls…. und viele andere auch. Sie engagieren sich uneigennützig für soziale Projekte in sog. Beschaffungs-Ländern. Alles nicht neu. Deichmann baut schon seit Jahrzehnten Krankenhäuser in Afrika. Nur hieß es bis vor kurzem noch nicht so. Da sprach man von sozialem Engagement. Gemeint ist heute immer noch das gleiche: Der Gesellschaft etwas von dem Erfolg zurückzugeben, an dem sie beteiligt ist.

Eingebunden in umfassende Kommunikationsstrategien erhält das Thema seit einiger Zeit einen enormen Schub und das ist auch gut so. Mit welchen Begrifflichkeiten es tituliert wird, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist vielmehr, dass das Engagement ein Sprachrohr findet, so z.B. auf dem Vision Summit in Berlin gestern.

Viel interessanter als Begrifflichkeiten ist die Frage, wie sie z.B. im EHI-Arbeitskreis Public Relations diskutiert wurde, ob Nachhaltigkeit zum reinen Marketing/PR-Instrument degradiert wird oder ob Unternehmen aus Überzeugung nachhaltig sind. Das wird sich zwar nicht immer klären lassen, aber wer wirklich nachhaltig agiert, der tut das eben nachhaltig und das kann man nur langfristig.

…über die neue Bedeutung von POP

Freitag, 23. Oktober 2009

Die meisten Handelsexperten wissen, was POP heißt …meinen sie jedenfalls. Eine ganz neue Bedeutung haben Mitarbeiter des Duft- und Aromenherstellers Symrise der Abkürzung nun gegeben: POP ist für sie das Akronym von Pissed of People. Und nach dieser speziellen Sorte Mensch suchen sie.

Symrise extrahiert nicht nur Duft- und Geschmacksstoffe. Aus Internetblogs und -foren destillert das Unternehmen inzwischen systematisch Erkenntnisse für die Entwicklung innovativer Produkte,

beschreibt die Lebensmittelzeitung in ihrer Ausgabe 41 dieses Prozess der Kundenpartizipation. Im Web 2.0 ziehen POPs über allse her, was sie ärgert. Diese Kritik versuchen die Duftexperten in Anregungen für ihre Produkte umzudeuten, denn so offen wird kaum irgendwo anders gesprochen. Die Anonymität im Internet befördert den freien Gedankenaustausch und beflügelt die Produktentwickler.

Die größte Herausforderung dieser Art Marktforschung – Netnography – besteht in dem Aufwand. 80 Millionen Blogs, wenn auch nur ein kleiner von ihnen aktiv ist,  kann kein Mensch durchstöbern. Ohne semantische Software, die systematisch soziale Netzwerke und digitale Gemeinschaften im Internet auf verwertbare Informationen durchkämmt, völlig undenkbar. Und diese Communities wachsen unaufhörlich.

Web 2.0 in allen seinen anonymen und interaktiven Formen erfordert ein Umdenken in den Kommunikationsabteilungen. Die Verantwortlichen in den Unternehmen müssen sich (und haben sich bereits teilweise) darauf einstellen, dass Kommunikation nicht mehr kontrollierbar ist. Fast die Hälfte aller Deutschen sind Mitglied in einem digitalen sozialen Netzwerk. Und wenn sie ihre Meinung sagen, ob positiv oder negativ, dann hört das (theoretisch) die ganze Online-Welt