Dass Mitarbeiter als Botschafter ihres Unternehmens eine wichtige Rolle spielen, ist bekannt, nach unserer aktuellen PR-Studie wird die interne Kommunikation zukünftig sogar noch weiter an Bedeutung gewinnen. Klar - in Zeiten von Social Media ist der Radius dieser Botschafter immens weit: Gut also, wenn Mitarbeiter hinter ihrem Unternehmen stehen, ernst genommen und informiert werden. Noch besser, wenn sie sich auch sozial wohl fühlen - schließlich investiert der Mensch seine Arbeitskraft lieber in etwas, als dessen Teil er sich empfindet, als in ein Unternehmen, das er - überhöht gesagt - schlimmstenfalls als Feind betrachtet.
In diesen Tagen hört oder liest man immer wieder von schönen Beispielen, wie Mitarbeiter als Menschen mit sozialen Bedürfnissen und weniger als reine Arbeitskräfte betrachtet werden - die WM 2010 macht’s möglich. Ein Deutschlandspiel mitten am Tag und nicht jeder kann einfach Urlaub nehmen, aber viele können trotzdem vor dem Bildschirm dabei sein: Für 90 Minuten ruht vielerorts die Arbeit und die Belegschaft trifft sich im Besprechungsraum, der Küche, der Kantine - toleriert oder sogar initiiert von der Geschäftsführung.
Das scheint in Betrieben wie einer Werbeagentur nicht so schwierig, die Arbeit wird dann eben später erledigt. Es gibt aber auch Beispiele von kleineren Fabriken, wo die Maschinen kurzzeitig still stehen und sogar von Krankenhäusern, in denen der alltägliche Stress für 90 Minuten beiseite geschoben wird. Noch besser, wenn aus dem Fußball-Event direkt ein kleines Firmen-Event mit Grillwürstchen und Co. wird.
Unser Chef hatte zum “Corporate Viewing” anlässlich des Spiels Deutschland gegen Serbien beispielsweise in den Biergarten eingeladen, die Belegschaft vorher mit Brötchen und Frikadellen, später mit Getränken versorgt. Die PR-Abteilung - also wir - hatte die ehrenvolle (und aufgrund der Witterung ziemlich kühle) Aufgabe, bereits zweieinhalb Stunden vor Anpfiff die Plätze für weitere etwa 20 EHI-ler freizuhalten. Es hat sich gelohnt, auch wenn wir trotz intensiver Bemühungen nicht für mehr Tore (für Deutschland) und dementsprechend nicht für noch bessere Stimmung sorgen konnten. Die war aber auch unabhängig vom Ergebnis sehr gut, man muss ja - wie man in Köln so schön sagt - auch gönnen können, schließlich haben wir eine serbische Kollegin. Die Teilnahme am Fußball-Event war natürlich freiwillig, kein Mitarbeiter wurde gezwungen, dem Fußball oder dem Aufenthalt im Freien bei fast schon herbstlichen Temperaturen etwas abzugewinnen. Kleine Randbemerkung zum Schluss: Laut einer Exklusivstudie für manager magazin dürfen 30 Prozent (nur oder immerhin - das bleibt hier die Frage) der Angestellten und Arbeiter die Arbeit zum Fußballgucken unterbrechen.