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Web 2.0 Markt gesättigt und verteilt

Mittwoch, 05. August 2009

Dies ist ein Gastbeitrag von Marco Atzberger. Er ist Autor des Blogs handelsmarke.org, wo er regelmäßig Entwicklungen im Handel kommentiert.

Laut einer aktuellen Studie vom TNS Emnid sind 47 Prozent der deutschen Internetnutzer in einem sozialen Netzwerk wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Unter den 14- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Mitglieder in einer Online-Community sogar bei 89 Prozent. 61 Prozent der Befragten haben bereits Texte, Fotos, Musik oder Filme im Internet hochgeladen.

Für die Jüngeren erfindet TMS den Begriff Generation Upload, also diejenigen, die die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nutzen, ihr Leben aktiv und kreativ zu gestalten.

Aufgrund der Netzwerkeffekte wird es immer schwieriger für neue Plattformen Marktanteile zu gewinnen.

Bemerkenswert ist dabei der Blick mit einer internationalen Brille. In einer Grafik der französichen Le Monde kommen die deutsche Platzhirsche XING oder StudiVZ gar nicht vor.

Social Networks im internationalen Vergleich

Social Networks im internationalen Vergleich

 
Xing zählt nach eigenen Angaben über acht Millionen Nutzer. In den ersten acht Monaten des Jahres hat XING seine Mitgliederzahlen um rund eine Million gesteigert. Etwa die Hälfte der Neukunden kommt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weltweit liegt aber wohl LinkedIn mit 28 Mio Nutzern unter den Business Plattformen vorn.

Es bleibt abzuwarten, ob hier ein internationaler Standard sich durchsetzen wird oder die regionale Nähe ein entscheidendes Kriterium bleibt.

Für den Einzelhandel ist die Zeit des Abwartens aber angesicht dieser Zahlen vorbei. Web 2.0 hat als Massenphänomen Einzug in das Leben der Konsumenten gefunden. Wenn die Hälfte der Kunden sich in Social Networks tummelt, dann liegt dort ein Potenzial, das angesichts stagnierender Umsätze und Verdrängungswettbewerb allerorten nicht ignoriert werden sollte.