Man ist unterwegs, kommt an einem Café vorbei und checkt mal eben per Smartphone, ob dieses empfehlenwert ist oder ob es in der Nähe vielleicht ein besseres gibt - eventuell ist sogar ein Freund ebenfalls gerade vor Ort. Keine Zukunftsmusik - dank Foursquare vor allem in großen Städten bereits Trend. Nun kommt zusätzlicher Auftrieb durch Facebook:
”Der Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook kann seinen Freunden künftig nicht nur schreiben, was er gerade macht. Er kann mit einem Klick („Check-in“) auf seinem Smartphone auch mitteilen, wo er ist – zum Beispiel in einer Bar. Und er erfährt mit einem Blick auf sein Handy, wo seine Freunde sind und was sie dort machen. Möglich macht dies der „Places“, ein neuer Dienst des Netzwerks, der auf GPS-Daten der Nutzer zugreift. Vorerst funktioniert er nur den USA. Später sollen alle 500 Millionen Facebook-Nutzer Zugang erhalten.” (Jürgen Stüber auf Welt Online am 19.08.2010)
Wenn man mal von möglichen Bedenken bezüglich Datenschutz (big brother is watching you) absieht, stecken in dieser weiteren Dimension des globalen Netzwerkes ungeheure Chancen: Einerseits für den Nutzer selbst (schließlich bekommt er schnell und unproblematisch genau die auf seine aktuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Informationen), andererseits für das empfohlene Unternehmen. Dieses muss einfach nur “gut sein”, die PR erledigt im Idealfall - überspitzt gesagt - die Online-Community.
Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Unternehmen negative Bewertungen zwingend vermeiden sollten. Public Relations bekommen einen noch größeren Stellenwert. Ein positives Bild kann nur vermittelt werden, wenn auch ein positiver Gehalt da ist. Zu kommunizieren “Wir sind für Sie da” bringt wenig, wenn der Smartphone-User von seinen Freunden erfährt, dass die Mitarbeiter des entsprechenden Unternehmens inkompetent und unfreundlich sind.
Kommunikationsverantwortliche werden die Aufgabe haben, eine “echte” Beziehung zu Kunden, Mitarbeitern und Partnern herzustellen. Und dazu werden sie sich wohl oder übel in die Fluten der sozialen Netzwerke stürzen müssen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Sobald man dort einigermaßen tauchen gelernt hat, wird man feststellen, dass es eigentlich ganz prima ist, direkten Kontakt mit den anderen Tauchern zu haben - den einen kann man durch Flossen unterstützen, den anderen erfreut das Angebot einer Badehose, ein dritter möchte den Weg wissen, ein anderer warnt vor Schlingpflanzen und bei einem entschuldigt man sich für einen versehentlichen Tritt.
Social Media als schöne Unterwasserwelt? Warum nicht - die Vorstellung von Korallen, bunten Fischen, Muscheln und uralten Wracks ist doch allemal positiver als der Gedanke an einen unübersichtlichen Sumpf. Tauchen wir also ein, lernen wir die “User” dieser Welt kennen und schauen wir, was wir für diese tun können.
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