Susanne, 13 Jahre, Realschülerin – steht auf Tobi und Marken-Sneaker

von Ute Holtmann

Datenklau im Internet – gerade sind wieder eine Million persönliche Nutzerdaten von dem marktführenden Online-Netzwerk Schüler-VZ kopiert worden. Der Betreiber hat Anzeige gegen unbekannt erstellt, den Datenschutz informiert und umgehend versichert, dass er seine Sicherheitsmechanismen verschärfen werde. Wenn die Anwender künftig komplizierte Buchstaben- und Zahlenkombinationen eingeben müssen, geht das allerdings zu Lasten der Benurtzerfreundlichkeit. Ein grundsätzliches Dilemma bleibt: Einerseits wollen die Nutzer gefunden werden, inklusive bestimmter Informationen über sich und ihre Interessen, und stellen damit eine gewollte Öffentlickeit her. Andererseits wird es immer IT-affine Spezialisten geben, die Daten aus solchen Internet-Netzwerken herausfischen können. Die Frage ist daher eher: Was sind sensible Daten, die man lieber nicht ins Internet stellt? Übrigens:

“Den Angreifern ging es wohl um den Spaß, uns zu beweisen, das eine Begrenzung der Profilabfragen technisch umgangen werden kann,”

erklärt der Geschäftsführer der VZNetwerke Markus Berger-de Léon. Für Marketingexperten zählt bei solchen Daten weniger der Spaßfaktor als der Nutzen genauer Zielgruppen-Bestimmung. Stephen Baker hat ins seinem Buch “Die Numerati” die möglichen Folgen – positiv wie negativ – aufgezeigt, wenn Menschen persönliche Daten allzu bereitwillig preisgeben.

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2 Antworten zu “Susanne, 13 Jahre, Realschülerin – steht auf Tobi und Marken-Sneaker”

  1. Uwi sagt:

    Datenschutz hin, Datenschutz her - viele User finden es gar nicht so schlimm, wenn sie kategorisiert werden und z.B. immer genau die “passende” Werbung etc. bekommen. Warum sollte die 13jährige Susanne sich nicht freuen, wenn sie nur noch zielgruppengerecht beworben wird und nicht über Anzeigen zu Stützstrümpfen und Blasentee stolpert….Manipuliert wird man im allgemeinen ja sowieso. Problematisch wird das Ganze eher, wenn es um politische Inhalte geht und auf diese Weise latent konservative Personen unbemerkt durch z.B. rechtsradikale Positionen infiltriert werden…Also Werbung ja und Politik nein? So einfach ist es sicher nicht…und eine Lösung nicht in Sicht!

  2. Es besteht eine erstaunliche Differenz zwischen der Bereitschaft (jugendlicher) Internet-Nutzer Informationen über sich preiszugeben und den politischen Bemühungen um eine minimalisierte Datenhaltung.

    Ohne etwas über sich preiszugeben, gibt es eben keinen gewollten sozialen Austausch. Nur findet dieses “Preisgeben” nun auf einer semi-öffentlichen Bühne statt und nicht in kleiner Runde.

    Das Management der eigenen Online-Reputation rückt so langsam ins Bewusstsein. Vielleicht kümmert es die 13 Susanne nicht, aber den erwachsenen User und den gewerblichen Nutzer bestimmt. Unter
    http://www.mastersincriminaljustice.com/blog/2009/100-tips-tools-and-resources-to-protect-your-online-reputation/ finden sich einige gute Hinweise und Artikel dazu.

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