Immer wieder geraten Unternehmen in die Schlagzeilen, weil bekannt wird, dass ihre Produkte unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Am heutigen Welttag für menschenwürdige Arbeitsbedingungen wird die Christliche Initiative Romero, die für bessere Arbeitsbedingungen besonders in Mittelamerika und anderen Zuliefer-Ländern eintritt, vor der Lidl-Zentrale in Neckarsulm demonstrieren. Wie der Kölner Stadtanzeiger heute berichtet, macht die Initiative vor allem die aggressive Einkaufspolitik von Discountern für die Missstände in den Produktionsländern verantwortlich. Der hohe Preisdruck sowie immer kürzere Lieferfristen verhinderten eine Umsetzung arbeitsrechtlicher Bestimmungen und führten zu sinkenden Sozialstandards, so die Initiative. In vielen Ländern Asiens gebe es zwar einen Mindestlohn, doch der liege vielfach unter der Armutsgrenze.
Mittlerweile haben viele Textilanbieter schon aus Imagegründen ihre Vertragspartner in Asien auf soziale und gesundheitliche Mindeststandards verpflichtet, doch diese Initiativen blieben bislang hinter den Erwartungen zurück, beklagt Dusch-Silva von der Initiative.
Trotzdem glaubt Dusch-Silva nicht, dass die Preise für Textilien deutlich stiegen, wenn die Näherinnen höhere Löhne bekämen. Denn der Lohnkostenanteil am Endverbraucherpreis betrage nur fünf Prozent.
Besonders glaubwürdig scheint nicht, dass sich höhere Löhne nicht auf den Endpreis eines Produktes auswirken würden. Eine leichte Preissteigerung sollte den Kunden mit einer professionellen Kommunikation allerdings gut zu vermitteln sein. Wie Lidl auf diesen Vorwurf reagiert, bleibt abzuwarten…
Tags: Soziale Verantwortung
Hallo,
ein sehr interessantes Thema, darüber würde ich gerne mehr lesen!
@ Eberhard Metzger: Als wir Anfang des Jahres unserem Forschungsschwerpunkt PR im Handel etabliert haben, haben wir eine Befragung unter Handelsunternehmen gemacht, um den Status quo der PR im Handel und u.a. die wichtigsten Themen zu ermitteln. Nachhaltigkeit – und dazu gehört natürlich auch, inwieweit Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen – rangierte eindeutig weit oben. Wenn ein Unternehmen die Kommunikation des Themas Nachhaltigkeit für relevant erachtet, ist damit allerdings noch nicht belegt, dass es tatsächlich so handelt. Allerdings hat sich in der Praxis erwiesen, dass langfristig die Unternehmen als vertrauenswüdig gelten, die authentisch sind, d.h. ihre Werte nicht nur prediegen, sondern auch leben. Wir bleiben an dem Thema dran.