Twitter-to-Google-to-Wikipedia

von Ute Holtmann

Heute findet sich in Spiegel Online (übrigens mit neuem, modernen Layout) ein Artikel über die Pläne der Agentur AP (Associated Press) das Zitieren und Verweisen auf AP - Inhalte zu regulieren.

Nun möchte ich an dieser Stelle nicht die Diskussion um Copyright, Fair Use, News Aggregatoren oder Angemessenheit usw. führen. Das tun andere (z.B. The Laboratorium, Jeff Jarvis).Viel interessanter ist vielmehr die Motivation von AP.   

Schauen wir dazu in das AP - Strategiepapier Protect, Point, Pay (Scribd Version) und zwar an die Stelle, wo AP den neuen Weg der Nachrichten beschreibt:

Michael Jackson died suddenly on June 25, and within 30 minutes, the news absorbed 25 percent of all Web traffic. Online news sites logged an astounding 4.2 million visitors a minute, according to the delivery network Akamai.

Two of the biggest beneficiaries of that traffic bonanza were Twitter and Wikipedia, a couple of digital natives that would have been viewed as very unlikely news competitors even a few months ago. Indeed, a new pattern of consumption was validated in the confusing minutes that followed the first reports of Jacko’s death: Users shared; they searched and they clicked on Wikipedia.

In the course of only a few hours on the first day of the story, the Michael Jackson page on Wikipedia received 1.8 million visits. By Friday, the total reached 5 million visits.

For those with long Internet memories, the new routine of Twitter-to-Google-to-Wikipedia contrasts sharply with the behavior of users in August of 1997, when millions loaded and reloaded bookmarked news sites to get updates on the death of Princess Diana, another celebrity icon of similar magnitude.

Da wird es deutlich, warum AP sich überlegt, wie und wo sie künftig in der Nachrichten-Supply-Chain stehen. Aber dieser Wettstreit zwischen AP, Google und Wikipedia darf die Herausforderung für die hiesige Branche nicht überlagern.

Für die PR-Abteilungen in Markenartikelindustrie und Handel bedeutet dies nämlich auch sich Gedanken zu machen. Ein Twitter-to-Google-to-Wikipedia Modell entspricht keineswegs der gelernten Gepflogenheit eine Pressemeldung an ausgewählte Journalisten zu veröffentlichen oder sich gar nur mit der dpa zu unterhalten.

Hier ist eine massive Verschiebung der Verhältnisse zu beobachten, die AP so beschreibt:

With the help of social nets like Twitter and resources like Wikipedia, users are gaining even more control over their news consumption

Die Frage für uns alle im PR ist jetzt, kann man sich gegen die Entwicklung stellen, oder muss man heulen mit den Wölfen - nur lauter?

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Eine Antwort zu “Twitter-to-Google-to-Wikipedia”

  1. Ute sagt:

    …das ist eine interessante Diskussion, bei der es den Initiatoren allerdings vordergründig darum geht, ihre angestammten Einnahmequellen nicht zu verlieren. Ihr gutes Recht. Aus Verbrauchersicht ist es keinesfalls schlecht, dass “users are gaining even more control over their news consumption”. Nachrichtendienste, Verlage und alle anderen, denen durch die Umsonst-Mentaltät im Internet Einnahmequellen wegbrechen, müssen sich neue Konzepte überlegen. Ich glaube kaum, dass sich das gelernte Nutzer-Verhalten im Netz zurückdrehen lässt. Und für uns PR-Profis bedeuten die verschiedenen Möglichkeiten der Kommunikation im Netz allemal eine Chance.

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